Republica 2011 – das wars

Bin ein bisschen spät dran. Das waren drei anstrengende, aber für mich sehr, sehr interessante Tage auf der Republica. Leider habe ich von den Vorträgen nicht viel mitbekommen, weil ich die ganze Zeit im zweiten Stock des Friedrichstadtpalasts saß und mit vielen Leuten gesprochen habe.

Die Interviews sind jetzt bei dctp.tv zu sehen. Einige habe ich ja auch hier mal rein gestellt.

Im Podcast-Feed sollten die Interviews Ende der Woche auftauchen.

Ich möchte mich bei allen Gästen und vor allem dem tollen Team von dctp.tv bedanken. Niko und sein Team haben die Filme schnell geschnitten, damit sie schon am nächsten Tag online gehen konnten. Es hat wieder richtig Spaß gemacht und ich denke, es sind ein paar lohnende Gespräche beim rum gekommen. Ich habe wieder eine Menge gelernt und hoffe, dass es Euch auch so geht.

Ich hatte ja die Ehre, auf der Bühne vier Blogger zu interviewen, die zuletzt für Aufsehen gesorgt haben: Julia Probst, Richard Gutjahr, Katrin Rönicke und René Walter. Ich finde solche Gespräche ja ganz toll und hatte das Gefühl, dass das Feedback auch ganz positiv war und frage mich, ob man dieses Format nächstes Jahr noch mal macht, was vielleicht anders sein muss. Was denkt Ihr?

Ich habe wie gesagt keine Vorträge gehört. Platzproblem, gute Vorträge, schlechte Vorträge – andere haben dazu viel geschrieben, “offensichtlich” hat eine ganz gute Liste zusammengestellt.

Dennoch will ich ein paar Sachen los werden. Es gab viel Kritik am inhaltlichen Gewicht der Vorträge. Mag sein, dass Leute á la Jarvis, Kruse & Co. für noch mehr Inspiration hätten sorgen können.

Nun ist es aber so, dass einige dieser Netz-Promis unverschämt viel Geld verlangen. Don Tapscott habe für einen Auftritt auf der Republica 2011 50.000 Dollar verlangt, sagte mir Markus Beckedahl. Als die Republica-Organisatoren zusagten, ihm in Berlin Redner-Auftritte im Wert von 20.000 Dollar zu verschaffen, ging Tapscott auf 30.000 USD runter. Auch Clay “Here comes everybody” Shirky scheint solche Summen verlangt zu haben. Viele andere interessante US-Redner würden auf ihren Webseiten auf Speaker-Agenturen verweisen, da habe er dann gar nicht mehr angefragt, sagt Markus, weil es wenig Sinn zu machen schien. WTF?

Mag ja sein, dass viele Veranstalter diese Honorare gern zahlen, aber die kassieren dann auch schnell 1500 Dollar von jedem Besucher. Soll jeder Republica-Besucher wirklich 16 Euro mehr zahlen, nur um Tapscott zuzuhören, wie er sein neustes Buch vorstellt? Drei Tage Republica für unter 85 Euro finde ich ein Schnäppchen. Wer sich da noch beklagt, dass Essen und Trinken nicht inklusive war, wird bald verlangen, dass die Republica ihm seinen Englisch-Kurs bezahlt, damit er den fremdländischen Vorträgen folgen kann.

Die Republica ist eine weltweit einzigartige Veranstaltung. Es geht nicht darum, Geld, sondern die Welt besser zu machen. Das gelingt mal mehr, mal weniger, aber ist eine prima Sache, die man unterstützen muss. Ich bin gespannt, wie es nächstes Jahr weiter geht, wo die Republica stattfinden wird. Ich werde jedenfalls hingehen.

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10 Kommentare

  1. Webwombel
    Am 20. April 2011 um 14:31 Uhr veröffentlicht | Permalink
  2. Am 20. April 2011 um 15:39 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Zustimmung! Kein Geld für diese Egomanen! Es gibt genug eigene gute Referenten im Land, die leider teilweise nicht zum Zuge kamen. Auch “Kontroverses” müsste die re.publica aushalten können. Z. B. bei Datenschutz und Netzneutralität würde ich mich noch lieber an Gegenpositionen reiben. Und dann bitte weniger org. Chaos: Es geht einfach nicht, wie beim IFG Programmpunkte kurzfristig eine Stunde vor- und in andere Räume zu verlegen, ohne darüber eine vernünftige Information zu bekommen.

  3. nik
    Am 21. April 2011 um 23:10 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Sind tolle Interviews geworden. Auch wenn ich die RP als etwas praxisfern und selbstreferentiell einschätze, hast Du wirklich tolle Interviewpartner gefunden. Danke.

  4. Am 22. April 2011 um 12:12 Uhr veröffentlicht | Permalink

    > Es geht nicht darum, Geld, sondern die Welt besser zu machen.
    > Das gelingt mal mehr, mal weniger, aber ist eine prima Sache
    > (…) Ich finde solche Gespräche ja ganz toll (…)
    sag mal, hast du noch alle latten am zaun? das ist ja primitives kindergarten-niveau.
    > Ich hatte ja die Ehre, auf der Bühne vier Blogger zu
    > interviewen
    warum so devot? ich kenne keinen deiner kollegen aus den holzmedien, die es wagen würden, derart unterwürfig zu schleimen. im gegenteil: “das, was sie machen, interessiert mich gar nicht!” (uli jörges auf youtube zu einer schar alphabloggern)
    > Ich habe wieder eine Menge gelernt
    klar. Weil du dich nicht vorbereitest. halbwissen, dein name ist banse. das führt dann dazu, dass beckedahl sagen kann, was er will, ohne dass du mal kritisch nachfragst. die digiges-kontroverse hast du mit keiner silbe erwähnt, obwohl zum zeitpunkt des rückblick-interviews bereits ein shitstorm über markus hinwegfegte — im netz, wohlgemerkt. du hättest mal zwischendurch den status quo der online-diskussionen checken sollen. gefühle 2 myriaden fragen, den verein betreffend, hättest du an markus weiterleiten können! eine gelungene vorbereitung sieht ja wohl anders aus. ein bisschen Selbstkritik stünde dir gut zu gesicht. offenbar hast du den kontakt zur deutschsprachigen blogosphäre verloren, die übrigens nur in berlin homogen aufgestellt ist. es herrscht m.e. ein unguter kadaverkorpsgeist unter den protagonisten der szene. warum du das spiel mitmachst, ist mir, offen gesagt, schleierhaft.

  5. Philip
    Am 22. April 2011 um 13:12 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich finde, Du könntest an Deinem Ton arbeiten. Aber Du hast natürlich in einem Punkt Recht. Ich hätte mit Markus mehr über die ganze Kritik an der Digiges reden sollen, das habe ich aber nicht bewusst ausgespart, sondern einfach verpeilt.

    Kindergarten? Was sind denn Deine Einwände gegen die Republica?

    Jörges mag das alles nicht interessieren, was Blogger schreiben. Mich nervt diese Bad-Boy-Attitüde. Ich finde es generell interessant, was die Leute machen, mit denen ich rede. Wenn es Kritipunkte gibt, spreche ich die – so ich es nicht vergesse – an (Openleaks, Flattr). Wenn Dir das nicht bissig genug ist, kann ich das akzeptieren.

  6. Am 23. April 2011 um 15:30 Uhr veröffentlicht | Permalink

    > Kindergarten? Was sind denn Deine Einwände gegen die Republica?
    du hast mich missverstanden. ich kritisiere das *sprachliche* niveau deines rückblicks. das ist kindergarten. mit deiner erlaubnis zitier ich nochmal:
    > Es geht nicht darum, Geld, sondern die Welt besser zu machen.
    > Das gelingt mal mehr, mal weniger, aber ist eine prima Sache
    > (…) Ich finde solche Gespräche ja ganz toll (…)
    fehlt nur noch das adjektiv “großartig”. morbus wizorek im endstadium. sorry, aber mein 14-jähriger neffe postet so auf facebook. man ist geneigt, dir mangelnde intellektualität zu unterstellen. aber das ist dir offenbar egal, solange dich dein weibliches publikum mag. glaub mir, das hat andere gründe.
    > Wenn Dir das nicht bissig genug ist, kann ich das akzeptieren
    das ist mir zu platt. änder deinen approach. gerade im fall lobo, den du vor ein paar jahren interviewt hast, ist es doch evident geworden. er ist bekannt dafür, alles und jeden ironisch zu brechen. folgende frage wäre daher vollkommmen legitim gewesen: “sascha, jetzt mal klartext. nicht wenige in der szene halten dich für einen schaumschläger, der den rahm der community abschöpft, indem er regelmäßig kurzweilige, aber sinnfreie arbeitshypothesen über sie vom stapel lässt. was sagst du diesen leuten?” lobo liebt solche anwürfe und hätte entsprechend witzig gekontert. du musst menschen nicht seriöser behandeln, als sie es verdienen. arbeite mehr scherz, satire, (selbst!)ironie in die fragen ein. sonst wirds schnell dröge.

  7. Philip
    Am 23. April 2011 um 16:19 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ok.

  8. Am 23. April 2011 um 23:11 Uhr veröffentlicht | Permalink

    schönen dank fürs reagieren. auf medienradio hast du dagegen gerd neissers rant richtung beckedahl aus mir unrefindlichen gründen gekickt. off-topic lass ich nicht gelten, weil ihr sehr wohl die digiges angesprochen hattet. keine gute aktion. du schreibst:
    > Ich hätte mit Markus mehr über die ganze Kritik an der
    > Digiges reden sollen, das habe ich aber nicht bewusst aus-
    > gespart, sondern einfach verpeilt.
    ich weiß nicht, wie es bei dir mit der reichweite aussieht, aber ich fürchte, obige einsicht, die ich ausdrücklich begrüße, “verbloggt” sich (im sinne von versenden im tv). ein tweet hätte ich besser gefunden. anyway, immerhin ein anfang. beim lumma-interview fehlten mir ein, zwei sätze zur location. wer war der mann hinter der glasscheibe, wo habt ihr euch befunden udgl. noch ein tipp zur güte: bitte lade mal matze bröckers ein. er ist der online-chef der taz. ich hab bislang 2 x mit ihm diskutiert, in bonn und f.a.m. er schreibt gerade an seinem dritten 9/11-buch. ihm gelingt, was nur wenige können: die fragwürdigkeiten rund um den 11. september so verbalisieren, dass selbst rookies, die zum ersten mal mit dem thema sich konfrontiert sehen, gebannt seinen ausführungen lauschen. er würde 100-prozentig kommen; da bin ich von überzeugt. du solltest vermehrt heiße eisen anpacken. 9/11 ist eines. video-google mal jesse ventura + 9/11 und du wirst sehen, wie virolent die sache immer noch ist.

  9. Philip
    Am 24. April 2011 um 9:13 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Einige Kommentare bewegen sich auf der Grenze zwischen ruppig vorgetragener, aber inhaltlicher Kritik und persönlicher Beleidigung. Der gelöschte Kommentar beleidigend und schwulenfeindlich. Dafür ist hier kein Platz.

  10. Philip
    Am 24. April 2011 um 9:16 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ach so, Location. War das Atelier eines Fotografen (Mann im Hintergrund).

4 Trackbacks

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