{"id":1179,"date":"2014-05-24T17:25:53","date_gmt":"2014-05-24T15:25:53","guid":{"rendered":"http:\/\/philipbanse.de\/wp\/?p=1179"},"modified":"2014-05-24T18:20:14","modified_gmt":"2014-05-24T16:20:14","slug":"fahrrad-navigation-forevermap-naviki","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/philipbanse.de\/wp\/fahrrad-navigation-forevermap-naviki\/","title":{"rendered":"Fahrrad-Navigation (ForeverMap, Naviki, Komoot)"},"content":{"rendered":"<p>Die Tour nach Odessa haben wir ja <a href=\"http:\/\/philipbanse.de\/wp\/tag04-ende\/\">leider unterbrechen m\u00fcssen<\/a>. Dennoch haben wir in den vier Tagen rund 460 km zur\u00fcck gelegt und uns dabei weitgehend auf die Navigation per iPhone verlassen. Dazu ein paar Worte.<\/p>\n<p><strong>Stromversorgung<\/strong><\/p>\n<p>Meine <a href=\"http:\/\/www.bumm.de\/produkte\/dynamo-scheinwerfer\/lumotec-iq2-luxos.html\">Lumotec IQ2 Luxos U<\/a> versorgt das iPhone 5S per USB zuverl\u00e4ssig mit Strom. Ein rotes L\u00e4mpchen am Druckschalter signalisiert, wenn das Telefon geladen wird. Schaltet man mit dem Druckschalter das Licht ein, wird das Telefon nicht mehr geladen. Schaltet man das Licht aus, geht das Laden des Telefons automatisch weiter. Sehr angenehm.  <\/p>\n<p>Die <strong><a href=\"http:\/\/www.naviki.org\/de\/naviki\/apps\/\">Naviki-App<\/a><\/strong> f\u00fcr Android und iOS scheint relativ wenig Strom zu verbrauchen, denn das iPhone 5S wird trotz Navigation, eingeschaltetem Display und Podcast-H\u00f6rens geladen &#8211; langsam zwar, aber die Akku-Anzeige steigt.<\/p>\n<p>Bei der iOS-App <strong><a href=\"https:\/\/itunes.apple.com\/de\/app\/forevermap-2-weltweite-offline\/id394763737?mt=8\">ForeverMap 2<\/a><\/strong> ist das anders. Hier bleibt der Akku-Stand beim Laden konstant &#8211; selbst ohne Podcast-H\u00f6ren. Da in Pausen und beim Warten an Bahn\u00fcberg\u00e4ngen das iPhone weiter Strom verbraucht, sinkt der Akku-Stand \u00fcber den Tag. Nach 10 Stunden und 120 km auf der Stra\u00dfe zeigt der Akku dann noch 30 bis 40 Prozent &#8211; bei Etappen mit l\u00e4ngeren Pausen und\/oder Lichtbetrieb auch mal nur 20 Prozent. <\/p>\n<p><strong>Funktion<\/strong><\/p>\n<p>Erst wollte ich mit Naviki oder <a href=\"http:\/\/Komoot.de\">Komoot<\/a> fahren, bin dann aber doch bei ForeverMap h\u00e4ngen geblieben, das wie Naviki und Komoot auf <a href=\"http:\/\/www.openstreetmap.org\/\">OpenStreetMap<\/a> setzt, einen Fahrrad-Modus besitzt, aber im Gegensatz zu Komoot keine Turn-by-Turn-Navigation bietet. Naviki und ForeverMap liefern also eine farbig markierte Route und man muss sehen, dass man mit seinem Punkt auf der Linie bleibt. <\/p>\n<p>&#8211; ForeverMap nutzt Offline-Karten. Man l\u00e4dt sich vor der Fahrt in der App die n\u00f6tigen Karten gratis runter. In unserem Fall waren das Polen, Ukraine, Rum\u00e4nien und Moldawien. Deutschland war schon drauf. Da unsere Hotels in Polen alle WLAN hatten, brauchte ich unterwegs also kein Internet. Auch wenn <a href=\"http:\/\/prepaidwithdata.wikia.com\/wiki\/Poland\">15 GB mit einer SIM von Plus per LTE daher kommen und nur 25 Euro kosten<\/a>, war das irgendwie stressfreier so.    <\/p>\n<p>&#8211; ForeverMap hat das eindeutig bessere User Interface. Die Route ist blau und mit einem Blick zu erkennen. Der eigene Standort wird deutlich markiert und ist jeder Zeit klar. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/philipbanse.de\/wp\/wp-content\/uploads\/20140524-175137-64297723.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/philipbanse.de\/wp\/wp-content\/uploads\/20140524-175137-64297723.jpg\" alt=\"20140524-175137-64297723.jpg\" class=\"alignnone size-full\" \/><\/a><\/p>\n<p>Bei Naviki muss ich immer drei mal schauen, wo auf der Karte ich jetzt bin und was eigentlich die Route ist, die ich nehmen soll. Das nervt beim Radfahren extrem.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/philipbanse.de\/wp\/wp-content\/uploads\/20140524-175752-64672445.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/philipbanse.de\/wp\/wp-content\/uploads\/20140524-175752-64672445.jpg\" alt=\"20140524-175752-64672445.jpg\" class=\"alignnone size-full\" \/><\/a><\/p>\n<p>&#8211; Die Zieleingabe klappt bei ForeverMap besser. Man kann nur den Ort oder eine genaue Adresse angeben, beides f\u00fchrt zu sinnvollen Ergebnissen. Bei Naviki habe ich keinen zuverl\u00e4ssigen Weg gefunden, eine genaue Adresse einzugeben. <\/p>\n<p><strong>Qualit\u00e4t der Routen<\/strong><\/p>\n<p>Beide Apps nutzen das Kartenmaterial der <a href=\"http:\/\/www.openstreetmap.org\/#map=6\/51.330\/10.453\">OpenStreetMap<\/a>. Die Frage ist nat\u00fcrlich: Was taugen die vorgeschlagenen Routen? F\u00fchren sie dauernd \u00fcber Bundesstra\u00dfen, obwohl rechts daneben ein glatt asphaltierte Nebenstra\u00dfe l\u00e4uft? Oder schicken die Apps Radler \u00fcber kleine Nebenstra\u00dfen, die sich aber als unbefahrbare Sandwege entpuppen und im Nirwana enden?<\/p>\n<p>In Deutschland war ForeverMap hervorragend. Von Berlin nach Frankfurt\/Oder schickte uns die App \u00fcber herrliche Wald- und Radwege und w\u00e4hlte wohl den besten Kompromiss zwischen Streckenl\u00e4nge und -sch\u00f6nheit. <\/p>\n<p>In Polen wurde die Leistung dann durchwachsener. Die vorgeschlagenen Nebenstrecken entpuppten sich manchmal als holprige Sandwege, die einmal an einer Autobahn endeten und eine Br\u00fccke anzeigten, die es nicht gab. Wir sind dann dazu \u00fcbergegangen am Beginn von Sandwegen zu schauen, ob sich dieser Weg nicht umfahren l\u00e4sst, wenn wir etwa geradeaus und dann links fahren &#8211; oft ging das. <\/p>\n<p>Mitunter hat ForeverMap auch einen Schlenker zu viel gemacht, weil es die Bundesstra\u00dfe um jeden Preis meiden wollte. <\/p>\n<p>Das sind aber Macken, die man abfangen kann, wenn man nicht blind nach Navi f\u00e4hrt, sondern immer mal schaut, wie der Weg den weiter gehen soll und ob man nicht einfach geradeaus fahren kann. <\/p>\n<p>Alles in allem waren die Routen-Vorschl\u00e4ge von ForeverMap zu 80-90 Prozent brauchbar und bedurften nur hie und da einiger Realit\u00e4tsanpassungen.   <\/p>\n<p>Komoot zeigt zu seinen Routenvorschl\u00e4gen auch detaillierte Angaben zur Beschaffenheit der Wege. Sieht gut aus, <a href=\"http:\/\/twitter.com\/sebsavard\/status\/470236522223247361\">klappt gut, sagen Nutzer<\/a>, aber ich habe es nicht \u00fcberpr\u00fcft. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/philipbanse.de\/wp\/wp-content\/uploads\/Photo-2512.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/philipbanse.de\/wp\/wp-content\/uploads\/Photo-2512-576x1024.png\" alt=\"Photo 2512\" width=\"474\" height=\"842\" class=\"alignnone size-large wp-image-1201\" srcset=\"https:\/\/philipbanse.de\/wp\/wp-content\/uploads\/Photo-2512-576x1024.png 576w, https:\/\/philipbanse.de\/wp\/wp-content\/uploads\/Photo-2512-169x300.png 169w, https:\/\/philipbanse.de\/wp\/wp-content\/uploads\/Photo-2512.png 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 474px) 100vw, 474px\" \/><\/a> <\/p>\n<p>Naviki verspricht ja, dass es die tats\u00e4chlich gefahrenen Routen seiner Nutzer auswertet und f\u00fcr eine bessere Fahrradrouten-Berechnung heran zieht. Ich habe wie gesagt vor allem ForeverMap genutzt und Naviki nur ab und an als Alternative ausprobiert. Dabei hat Naviki stets die gleiche Route vorgeschlagen wie ForeverMap. Auch kann man bei Naviki am Dsktop-Browser seine Tour planen, speichern und in der App wieder aufrufen. Nett, habe ich in der Praxis aber nicht gebraucht. <\/p>\n<p>Trotz seiner Vorz\u00fcge und den OpenStreetMap bedingten Probleme, <strong>hat ForeverMap einige Schw\u00e4chen<\/strong>, von denen sich viele technisch recht leicht beheben lassen d\u00fcrften:<\/p>\n<ul>\n<li>Der Kompass verliert oft die Orientierung, so dass die Blickrichtung auf der Karte manchmal um 45 Grad falsch liegt. Man muss dann das iPhone ein paar mal im Kreis bewegen, dann gehts wieder. Nicht tragisch und ich wei\u00df auch nicht, ob iOS oder ForeverMap schuldig ist, aber das nervt schon ein bisschen.<\/li>\n<li>ForeverMap zeigt weder gefahrene noch zu fahrende Kilometer an. Hat man einmal eine Route ausgew\u00e4hlt, wird immer nur die Gesamtl\u00e4nge der Route angezeigt &#8211; auch wenn man gleich am Ziel ist. Will man wissen, wie weit es noch ist, muss man eine neue Route erstellen: vom aktuellen Standort bis zum Ziel. Das war in der Praxis mein gr\u00f6\u00dftes \u00c4rgernis und geht besser wie Komoot und Naviki zeigen.<\/li>\n<li>ForeverMap zeigt die L\u00e4nge einer Route zun\u00e4chst falsch an. Bsp.: Ich suche den Ort Rzepin, finde ihn, tippe drauf und sage: &#8222;Route hier hin&#8220;. Dann zeigt ForeverMap 98 km an &#8211; die Entfernung im Auto-Modus. Ich bin aber die ganze Zeit schon im Fahrrad-Modus. Die Streckenl\u00e4nge im Fahrrad-Modus (121 km) erfahre ich aber erst, wenn ich die Route wirklich starte. Das kann bei der bei der Planung f\u00fcr \u00dcberraschungen sorgen.<\/li>\n<li>ForeverMap zeigt im Gegensatz zu Naviki und Komoot keine Geschwindigkeit oder sonstige Statistiken an.<\/li>\n<li>ForeverMap vergisst die Route, wenn es mal eine Weile im Hintergrund ist. War der Browser oder die Podcast-App vorn und wechselte ich dann zur\u00fcck zu ForeverMap, weil wir weiter fahren wollten, musste ich oft die Route neu eingeben. Auch nervig.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>ForeverMap ist jetzt schon eine sehr brauchbare Fahrrad-Navigation mit guter UI. Wenn ForeverMap die beschrieben Macken (Energieverbrauch, Ziel-Speicherung, Kilometeranzeige) behebt, leidet es nur an den Schw\u00e4chen der OpenStreetMap.<br \/>\nNaviki verspricht diese Defizite der OSM zu umschiffen, indem die tats\u00e4chlich gefahrenen Strecken der Radler f\u00fcr ein intelligenteres Routing heran gezogen werden. Das konnte ich den Praxis nicht feststellen. Au\u00dferdem ist Naviki wegen der schlechten UI kaum zu gebrauchen. Komoot werde ich bei der Fortsetzung nach Odessa mal ausprobieren. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Tour nach Odessa haben wir ja leider unterbrechen m\u00fcssen. Dennoch haben wir in den vier Tagen rund 460 km zur\u00fcck gelegt und uns dabei weitgehend auf die Navigation per iPhone verlassen. Dazu ein paar Worte. Stromversorgung Meine Lumotec IQ2 Luxos U versorgt das iPhone 5S per USB zuverl\u00e4ssig mit Strom. 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